Für Freundschaft gibt es keinen Zufall


Wir stehen schon wieder im Stau, Richtung Norden, die Autobahn ist eine einzige Baustelle. Es wird warm im Auto.

Der Hund sitzt hinten und langweilt sich. Wir kommen nicht weiter.


Plötzlich Bewegung von hinten, der Hund wedelt wie verrückt und seine Aufmerksamkeit gilt dem Fahrzeug neben uns.

Jetzt sehe ich es auch. Im Wagen neben uns sitzt auch ein hündischer Beifahrer, ein schwarzer Labrador. Genau das Richtige für meine Hündin. Hund und Fahrer lächeln uns freundlich an.


Wir begegnen uns mehrfach. Es geht nur schrittweise voran. Mal sind wir eine bis zwei Wagenlängen vor, manchmal der andere Wagen. Inzwischen flirten Hund und Hündin, was auch Herrchen und Frauchen amüsiert. Uns ist gar nicht mehr langweilig. Eine schöne Abwechslung im Stau.


Nach einer Weile des gegenseitigen Überholens hält der Fahrer einen Zettel hoch. Darauf steht eindeutig eine Handynummer und er macht breit grinsend das Ruf-mich-an-Zeichen mit Daumen und kleinem Finger.


Soll ich oder soll ich nicht? Es ist immer noch warm im Auto und der Stau nimmt kein Ende. Also ruf ich an. Freundliche Stimme, passt zum Typ. Scheint ein lustiger Kerl zu sein. Die restliche Fahrt telefonieren wir bis die Akkus streiken.

Längs haben wir ein Treffen an der nächsten Raststätte ausgemacht. Die Hunde vertragen sich sofort. Diese neue Bekanntschaft ist für Mensch und Tier eine Bereicherung.

 

Mittlerweile sind etliche Jahre vergangen. Die Hunde sind inzwischen nicht mehr auf dieser Welt - aber sie sind oft noch unser Gesprächsthema - und unsere Freundschaft hat gehalten.



Share by: